Knoten im Magen, Kloß im Hals, Schwindel im Kopf. Wenn die Angst mal wieder zuschlägt, macht sich das auch in deinem Körper bemerkbar. Angstzustände kommen häufig mit Übelkeit, Verdauungsbeschwerden und Atemproblemen einher. Die heftigen körperlichen Symptome steigern die Furcht der Betroffenen. Dabei ist Angst eigentlich ein wichtiger Mechanismus, der vor Gefahren schützt. Betroffene einer Generativen Angststörung leiden jedoch regelmäßig an starken Symptomen ohne einen realen Anlass zur Angst. Der Kampf-Flucht-Modus setzt Körper und Psyche enorm unter Druck. Dieser Artikel hilft dir, die Symptome eines nervösen Magens bei Angstzuständen richtig einzuordnen und zeigt dir, wie du durch richtiges Atmen Panikattacken abmildern kannst.
Angstzustände und deren Symptome verstehen
Die häufigsten Symptome bei Angstzuständen sind Übelkeit und Erbrechen. Doch auch atembezogene Beschwerden sind häufige Begleiterscheinungen. Nicht selten haben Betroffene das Gefühl, dass ihnen die Angst buchstäblich im Halse steckt. Bei anderen wirken sich die Atembeschwerden eine Region tiefer als direkter Druck auf der Brust aus.
Atembezogene Symptome bei Angststörung
Permanente oder akute, starke Angst löst im Körper eine vegetative Alarmreaktion aus. Diese kann sich durch flache Atmung, Enge in der Brust oder sogar dem Gefühl des Erstickens äußern. Bei manchen Patient:innen einer Generalisierten Angststörung zeigen sich die Symptome nicht ganz so stark. Sie haben im Alltag das Gefühl, schlecht oder nicht genügend Luft zu bekommen. Hier ist es wichtig, zunächst physische Ursachen vom Arzt oder der Ärztin ausschließen zu lassen. Kommen die Atembeschwerden nachweislich nicht von einer Erkrankung wie COPD oder Asthma, handelt es sich häufig um eine Psychogene Atemnot, die durch psychische Erkrankungen wie eine Generalisierte Angststörung oder Depression bedingt sein kann. Dieser Zustand wird von Betroffenen häufig als lebensbedrohlich wahrgenommen und kann die Angst zur Panik steigern.
Panikattacken und Atemnot – Was tun?
Ufert die Angst in eine Panikattacke aus, kommt es nicht selten zur Hyperventilation. Betroffene atmen unregelmäßig. Dies senkt den Kohlendioxidgehalt im Blut und kann Schwindel, Herzrasen und Kribbeln in den Händen verursachen. Diese zusätzlichen Symptome steigern die empfundene lebensbedrohliche Gefahr. Daher ist es wichtig, dass Betroffene gezielt Strategien zur Beruhigung entwickeln. Atemnot bei Panikattacken fühlt sich bedrohlich an, obwohl du in keiner ernsthaften Gefahr bist. Vergegenwärtige dir diesen Satz immer wieder. Danach solltest du tief durchatmen, um der Panikattacke Herr zu werden.
Diese Atemübung hilft bei Panikattacken und akuter Angst: Konzentriere dich auf das Gefühl des Atmens während der Panikattacke. Spüre wie die kühle Luft in deine Nase einströmt. Dein Körper funktioniert zuverlässig weiter, wie er es immer tut. Darauf darfst du dich verlassen. Bleib beim Atmen während der Panikattacke in der Situation, auch wenn du am liebsten Fliehen möchtest. Bewahre Ruhe und lass die Gefühle zu, anstatt sie wegdrücken zu wollen. Vielleicht hast du das alles schon mehrere Male durchgemacht. Dann weißt du, dass es vorübergeht.
Die Rolle des „Bauchhirns“ bei Angst und Panik
Jeder kennt die Redewendungen davon, dass etwas Bauchschmerzen oder ein schlechtes Bauchgefühl verursacht. In der Realität gibt es häufig einen Zusammenhang zwischen Magen-Darm-Beschwerden und psychischen Problemen. Auch Menschen ohne Angststörung reagieren bei vermehrtem Stress mit einer erhöhten oder erniedrigten Darmtätigkeit, leiden an Blähungen oder Magenschmerzen. Grund dafür ist, dass der Magen viel mehr als nur Nahrung verdaut. In ihm sitzt ein empfindliches Nervengeflecht, das sich im ständigen direkten Austausch mit dem Gehirn befindet. Schlägt dieses Alarm, schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus und setzt das System in Abwehrbereitschaft. Die dafür benötigten Energiereserven stammen aus dem Magen-Darm-Trakt, dieser läuft nun im Energie-Spar-Modus.
Übelkeit durch Angstzustände
Viele Patient:innen einer Angststörung leiden an psychosomatischer Übelkeit. Oft haben diese Betroffenen eine Odyssee aus Magen- und Darmspiegelungen hinter sich, ohne dass eine körperliche Diagnose gestellt werden konnte.
Übelkeit ist ein häufiges Symptom einer Angststörung und kann von einem flauen Gefühl in der Magengegend bis zum Erbrechen reichen. Stress beeinflusst das vegetative Nervensystem. Das kennen auch Leistungssportler oder Menschen mit hoher Verantwortung im Beruf. Während die Beschwerden bei diesen Personen nachlassen, sobald der Druck abnimmt, leiden Betroffene einer Generalisierten Angststörung oft unter chronischen Magen-Darm-Beschwerden.
Soforthilfe bei Angstzuständen und Übelkeit: Falls du dich noch nicht körperlich hast durchchecken lassen, hole dies so schnell wie möglich nach. Die heftigen Symptome lösen in Betroffenen häufig noch größere Ängste vor ernsthaften Erkrankungen aus. Die körperliche Untersuchung und darauffolgende Erleichterung, nehmen vielen Patient:innen den Druck. Nicht selten bessern sich die Symptome danach. Im Gegenzug können Ärzt:innen, sollten sie bei der Untersuchung doch eine Erkrankung wie eine Magenschleimhautentzündung feststellen, lindernde Mittel verschreiben und deine Symptome haben endlich einen Namen.
Du bist dir völlig sicher, dass die Symptome psychosomatisch sind? Dann weißt du immerhin, dass keine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt, und kannst dir nun etwas Gutes tun. Bei akuten Magen-Darm-Beschwerden helfen die alten Hausmittel wie Kamillentee und Wärmflasche am besten. Auch ein warmes Vollbad bringt Linderung und entspannt Körper und Geist.
Reizdarm und Angst: Durchfall bei Panikattacken
Ein nervöser Magen bei Angstzuständen äußert sich auch in einer erhöhten Darmtätigkeit. Wessen Geist keine Ruhe findet, dessen Magen-Darm-Trakt ist meist ebenfalls in Aufruhr. Fast die Hälfte aller Menschen mit einer Generalisierten Angststörung leidet auch am Reizdarmsyndrom (RDS). Grund hierfür ist das „Angstzentrum“ im Gehirn, die Amygdala. Sie nimmt unter anderem Einfluss auf das Verdauungssystem. Nicht selten stecken hinter einer vermeintlichen Lebensmittelunverträglichkeit chronische Stressreaktionen, die die Darmtätigkeit beeinflussen. Aufschluss hierüber gibt ein Atemtest beim Arzt oder der Ärztin.
Achtung: Eine Lebensmittelunverträglichkeit kann auch infolge einer massiven Stressepisode neu entstehen. Da der Körper wichtige Verdauungsreaktionen herunterfährt, um im Überlebensmodus zu bleiben, kommt es zu einer schlechteren Durchblutung des Darms. Folglich verbleibt die Nahrung länger in diesem Bereich und fördert die Entstehung schädlicher Gase, welche die Zellen der Darmschleimhaut angreifen und schädigen können. Dadurch kann der Körper daran gehindert werden, Enzyme wie Laktase oder DAO in ausreichender Menge zu produzierten und es entsteht eine Unverträglichkeit.
Kann Schwindel von der Psyche kommen?
Hast du manchmal das Gefühl, wie auf Eiern zu laufen oder glaubst, plötzlich zu fallen? Psychogener Schwindel, auch Angstschwindel genannt, trifft Menschen wie aus dem Nichts während besonders belastender Phasen in Beruf oder Privatleben. Bei Frauen tritt er meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf, während er bei Männern erst zehn Jahre später diagnostiziert wird. Patient:innen klagen häufig über attackenartige Schwindelanfälle, die meist nur wenige Sekunden anhalten, aber eine große Unsicherheit auslösen. Häufen sich die Vorfälle, vergrößert dies bei Betroffenen die Angst, sodass sie in ein, für Angst-Patient:innen typisches, Vermeidungsverhalten verfallen. Statt zu Fuß wählen sie für kurze Strecken häufiger das Auto oder verlassen im schlimmsten Fall sogar weniger das Haus.
Reflux oder Panik? Anzeichen erkennen
Bei diffusen Schmerzen und Druckgefühl in der Brust, ist es nicht immer leicht, die Ursache herauszufinden. Eine große Rolle dabei spielt der Zeitpunkt, in dem die Symptome auftauchen und die Art, in der sie sich äußern. Handelt es sich bei den Beschwerden um ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, das bis in den Hals hinaufsteigt und treten diese verstärkt nach dem Essen auf, spricht man vom klassischen Sodbrennen. Kaum atmen zu können bei Panikattacken kommen scheinbar aus dem Nichts oder bei akuten belastenden Umständen sowie triggernden Situationen. Sie äußern sich durch einen stechenden Schmerz in der Brust, Herzrasen, Schwindel und Todesangst.
Den Angst-Kreislauf durchbrechen
Die körperlichen Symptome einer Angststörung können intensiv und belastend sein. Daher ist es besonders wichtig, Freunde, Familie und Therapeut:innen ins Vertrauen zu ziehen. Das Wissen um die körperliche Gesundheit hilft Betroffenen nur bedingt, da sie die Symptome der Angst real erleben. Lange Spaziergänge, lieb gewonnene Hobbys und der Fokus auf mehr Achtsamkeit im Alltag helfen, die Angst nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.
Eine klassische Gesprächstherapie, Maßnahmen zur Selbstregulation oder digitale Therapieprogramme, wie velibra begleiten dich dabei, die Angst an der Wurzel zu packen. Die digitale Anwendung bietet alltagsnahe Unterstützung, die auf ärztliches Rezept zu 100 Prozent von deiner gesetzlichen Krankenkasse finanziert wird.
Ein nervöser Magen bei Angstzuständen kann nervenaufreibend sein, ist aber kein Grund zur Panik. Mache dir deine Atmung zum vertrauensvollen Ersthelfer und sei dir gewiss, dass mit etwas Geduld und Eigentherapie auch eine Linderung der Symptome möglich ist.