Wie wirkt velibra?

Interaktive KVT:
Methodische Tiefe durch adaptive Dialog-Technologie

velibra ist kein statisches Online-Lernprogramm, sondern eine adaptive Intervention, die das Prinzip der “simulierten Empathie” nutzt. In einem virtuellen Dialog werden Patient:innen durch die evidenzbasierten Bausteine der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) geführt.

Anstatt Inhalte lediglich passiv zu konsumieren, interagieren Nutzer:innen aktiv mit dem Programm. Durch die kontinuierliche Reaktion auf individuelle Eingaben passt velibra die therapeutischen Schwerpunkte in Echtzeit an und schafft so eine personalisierte Erfahrung, die wissenschaftliche Tiefe mit digitaler Flexibilität vereint.

Der therapeutische Werkzeugkasten: Vielfalt und Individualisierung

velibra basiert auf den Methoden der modernen kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). In individuell abgestimmten interaktiven Modulen werden Patient:innen dazu befähigt, ihre Erkrankung besser zu verstehen und aktiv Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Das Programm wählt basierend auf den Antworten der Patient:innen die jeweils relevantesten Inhalte aus.

Die therapeutischen Bausteine im Überblick:

  • Psychoedukation:
    Fundiertes Wissen über Entstehung, Verlauf und Behandlung von Ängsten.
  • Expositionstraining:
    Angstbesetzte Situationen systematisch aufsuchen, um durch die Erfahrung der Gewöhnung Ängste schrittweise abzubauen.
  • Soziale Kompetenzen:
    Stärkung des Selbstwerts.
  • Kognitive Techniken:
    Identifikation und Veränderung nicht hilfreicher Denkmuster (dysfunktionale Kognitionen).
  • Mental imagery:
    In sensu Expositionsübungen, Nutzung von Fantasie und Metaphern und hypnotherapeutische Techniken.
  • Entspannungstechniken:
    Erlernen von Techniken zur Stressregulation und zur Akzeptanz schwieriger Emotionen.

Therapeutische Ziele & Lernerfolge

Was Ihre Patient:innen mit velibra lernen und einüben:

1. Kognitive Kompetenz & Mustererkennung

  • Zusammenhänge verstehen: Patient:innen lernen, die Wechselwirkung zwischen Gedanken, Gefühlen und ihrem Verhalten im Alltag zu identifizieren.
  • Denkmuster verändern: Gezielte Hilfe beim Erkennen und Umstrukturieren nicht hilfreicher (dysfunktionaler) Denkmuster und Negativspiralen

2. Selbstmanagement & Problemlösung

  • Selbstwirksamkeit stärken: Durch praktische Übungen erfahren Patient:innen unmittelbar, dass sie ihren psychischen Zustand aktiv beeinflussen können.
  • Lösungsorientierung: Erarbeitung eines persönlichen Problemlösungs-Plans sowie das Einüben von zielorientiertem Denken und Handeln.

3. Klinische Stabilisierung & Lebensqualität

  • Symptomreduktion: Spürbare Entlastung bei Kernsymptomen wie Anspannung, Vermediungsverhalten und Gedankenschleifen.
  • Nachhaltigkeit: Aufbau langfristiger Strategien zur Rückfallprophylaxe und zur dauerhaften Steigerung der Lebensqualität im Alltag.

velibra entspricht der S3-Leitlinie bei Angsstörungen

velibra entspricht der aktuellen S-3 Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen in den folgenden Punkten:

Aufklärung über Ängste (Symptome, Verlauf, Behandlung):

Die Leitlinie empfiehlt, Betroffene (ggf. Angehörige) strukturiert zu informieren und dabei evidenzbasierte Patient:inneninfos/Entscheidungshilfen zu nutzen. velibra vermittelt diese Inhalte als Orientierung im Behandlungsprozess.

Psychoedukative Angebote als Ergänzung:


Psychoedukation soll den Informationsstand, die Akzeptanz und die Mitarbeit verbessern. velibra deckt diesen Punkt über psychoedukative Gespräche und alltagsnahe Erklärungen/Übungen ab.

Qualifizierte angeleitete Selbsthilfe (z. B. Online-Programme):

Die Leitlinie empfiehlt qualifizierte digitale Interventionen – ein Standard, den velibra als zertifiziertes Online-Programm vollumfänglich erfüllt.



Damit können Sie velibra empfehlen:

  • zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Therapieplatz
  • zur Begleitung einer bestehenden Behandlung
  • als alleinstehende Therapieoption
  • als Nachsorge-Maßnahme zur Stabilisierung nach ambulanter oder stationärer Therapie

ICD-10:

  • F40.01 Agoraphobie mit Panikstörung
  • F40.1 Soziale Phobien
  • F41.0 Panikstörung
  • F41.1 Generalisierte Angststörung

ICD-11:

  • 6B00 Generalisierte Angststörung
  • 6B01 Panikstörung
  • 6B02 Agoraphobie
  • 6B04 Soziale Angststörung

Kontraindikationen:

  • F20 Schizophrenie
  • R45.8 sonstige Symptome, die die Stimmung betreffen (z.B. akute Suizidalität) 


  • F23 akute vorübergehende psychotische Störungen
  • F31 bipolare affektive Störungen
  • F25 schizoaffektive Störungen

Warum ist velibra wirksam?
Wirkprinzipien aus Forschung & Versorgung

1. KVT-Kernmethoden –
strukturiert und alltagsnah

velibra vermittelt und trainiert zentrale KVT-Elemente mit dem Ziel, Fertigkeiten im Alltag umzusetzen.

2.  Individualisierung statt
„one size fits all“

velibra ist als dialogbasiertes Programm aufgebaut und führt Patient:innen Schritt für Schritt durch therapeutische Inhalte – mit Antwort-Auswahlmöglichkeiten, Wiederholungen und einem Tempo, das sich am individuellen Alltag orientiert. velibra funktioniert transdiagnostisch. Patient:innen haben die Möglichkeit den Schwerpunkt ihrer Angsterkrankung auszuwählen und können Inhalte so bedarfsorientiert vertiefen.

Sie haben noch Fragen?

Hier finden Sie häufige Fragen und Antworten zur Funktion und Anwendung von velibra.

Die Wirksamkeit von velibra wurde in einer Studie im Jahr 2017 zu digitalen Therapien bei Angst- und Panikstörungen nachgewiesen. An dieser Studie nahmen 139 Patient:innen mit einer Angsterkrankung teil.

Entwickelt wurde velibra von der GAIA AG. Hinter dem Programm steht ein erfahrenes interdisziplinäres Team aus Ärzt:innen, Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen, das die Inhalte in Zusammenarbeit mit Betroffenen konzipiert hat.

velibra ist ab 18 Jahren geeignet. Dadurch wird sichergestellt, dass die Inhalte und Übungen zur jeweiligen Lebenssituation passen und sicher sowie sinnvoll angewendet werden können.

velibra ist aktuell in deutscher und englischer Sprache verfügbar.

Ja, velibra kann mehrfach verordnet werden. Eine Folgeverordnung wird sogar empfohlen, wenn weiterhin von der Nutzung profitiert wird oder eine Behandlung fortgesetzt werden möchte.

Da velibra als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet ist, übernehmen in der Regel alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für weitere Verschreibungen. Vorausgesetzt, es liegt weiterhin eine entsprechende Diagnose vor.

Eine Verordnung gilt für jeweils 90 Tage. Für eine weitere Nutzung von velibra über diesen Zeitraum hinaus ist es erforderlich, rechtzeitig vor Ablauf ein Folgerezept in der Arztpraxis anzufordern. Nach Ablauf des Zugangs werden alle Daten im Programm automatisiert unwiderruflich gelöscht.

velibra ist ein seit 10 Jahren erprobtes, interaktives Online-Therapieprogramm. Die Wirksamkeit des Programms wurde in einer großen klinischen Studie, die bereits im Jahr 2017 veröffentlicht wurde, ausführlich geprüft und belegt. Zudem ist velibra offiziell im deutschen DiGA-Verzeichnis (Digitale Gesundheitsanwendungen) gelistet.

velibra eignet sich für erwachsene Patient:innen (ab 18 Jahren), die unter Symptomen der drei häufigsten Angststörungen leiden: Generalisierte Angststörung, Soziale Angststörung oder Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie.

Da die kognitive Verhaltenstherapie für Angst- und Panikstörungen (KVT) die empfohlene Therapieoption ist, kann velibra frühzeitig eingesetzt werden. Auch bevor eine medikamentöse Behandlung erwogen wird.

Gerade bei längeren Wartezeiten auf Psychotherapie ermöglicht velibra eine zeitnahe, strukturierte Intervention.

Grundsätzlich können Patient:innen velibra eigenständig nutzen, ohne dass Sie inhaltlich oder technisch eingebunden sind. Das Programm führt die Patient:innen Schritt für Schritt durch die Inhalte und passt den Therapieverlauf über Antwort-Auswahlmöglichkeiten individuell an.

Im Rahmen von blended care können Sie velibra optional in die Behandlung integrieren (z. B. zur Strukturierung zwischen Sitzungen oder zur Verlaufsbesprechung). Der Umfang liegt dabei vollständig in Ihrer Hand. 

Bei technischen Fragen, beispielsweise bei der Freischaltung, unterstützt der GAIA-Support die Patient:innen.

Nein. velibra vermittelt Patient:innen nicht an Behandler:innen und bietet keine Therapeut:innen- oder Praxisvermittlung an. Die Nutzung erfolgt unabhängig davon, bei Bedarf erfolgt die Behandlungssuche wie gewohnt über die regulären Versorgungswege.

Nein, weder finanziell und in der Regel auch nicht zeitlich. velibra ist so konzipiert, dass Patient:innen die Anwendung eigenständig nutzen. 

Rückfragen betreffen meist organisatorische Punkte wie die Code-Aktivierung und werden direkt vom GAIA-Service-Team beantwortet, ohne zusätzlichen Betreuungsbedarf in Ihrer Praxis.

Gerade im hausärztlichen Setting kann velibra helfen, Angst- und Panikstörungen strukturiert zu adressieren, ohne zusätzliche Terminressourcen zu binden.

Für Behandler:innen bieten wir regelmäßig kostenfreie, CME-zertifizierte Online-Fortbildungen an, mit erfahrenen Referent:innen aus Medizin und Psychotherapie. 

Im Mittelpunkt stehen Diagnostik und leitliniengerechte Behandlung von Angst- und Panikstörungen sowie die praktische Einbindung digitaler KVT in Hausarztpraxis und Psychotherapie.

Einen Überblick über anstehende Termine finden Sie im Fortbildungskalender.

Grundsätzlich ist velibra eine sichere Ergänzung zur üblichen Behandlung, jedoch können bei der Nutzung folgende Nebenwirkungen oder Begleiterscheinungen auftreten:

  • Belastung durch schwierige Themen: Die Auseinandersetzung mit Ängsten und anderen herausfordernden Themen kann anstrengend sein. Dadurch kann es vorkommen, dass sich die Stimmung oder andere Symptome von Patient:innen vorübergehend verschlechtern.
  • Körperliche Reaktionen bei Expositionsübungen: velibra enthält Übungen zur körperlichen Konfrontation, die sogenannte interozeptive Exposition. Eine spezielle Übung, die panikähnliche Symptome auslösen soll ("Im Kreis drehen"), kann in sehr seltenen Fällen vorübergehende körperliche Beschwerden verursachen, die länger andauern als die vorgesehenen wenigen Minuten.
  • Ausbleibender Behandlungserfolg: Nicht jede Übung oder Empfehlung ist für alle Patient:innen gleichermaßen geeignet. Es ist zudem möglich, dass nicht jede:r in dem erhofften Maße vom Programm profitiert, was unter Umständen Gefühle der Enttäuschung auslösen kann.

Für velibra bestehen konkrete Kontraindikationen: Das Programm darf bei Patient:innen mit psychotischen Erkrankungen (z. B. Schizophrenie), bipolaren Störungen oder einem suizidalen Risiko nicht angewendet werden.

Zusätzlich sind folgende Sicherheitshinweise zu beachten:

  • Kein Ersatz für Regelversorgung: velibra dient als Ergänzung und darf bestehende ärztliche oder psychotherapeutische Behandlungen nicht ersetzen.
  • Mögliche Begleiterscheinungen: Die Auseinandersetzung mit Ängsten kann belastend sein und Symptome vorübergehend verschlechtern. Spezielle körperliche Übungen (wie „Im Kreis drehen“) können in seltenen Fällen länger anhaltende körperliche Beschwerden auslösen.
  • Körperliche Einschränkungen: Bei Patient:innen mit gesundheitlichen Beschwerden wird dringend eine vorherige ärztliche Abklärung empfohlen, um zu klären, ob die Übungen zur körperlichen (interozeptiven) Exposition für sie geeignet sind

Ja. velibra basiert auf etablierten Verfahren, insbesondere der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), deren Nutzen bei Angststörungen durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen belegt ist. Eine klinische Studie belegt zudem die hohe Wirksamkeit von velibra bei der Linderung von Angstbeschwerden. Da das Programm zur eigenständigen Anwendung konzipiert ist, ist die Bereitschaft der Patient:innen zur aktiven Mitarbeit entscheidend

Ja, velibra eignet sich im Sinne eines "Blended-Care"-Ansatzes sehr gut als Ergänzung zu einer laufenden ärztlichen Behandlung oder Psychotherapie. Wichtig ist jedoch, dass das Programm eine reguläre Behandlung nicht ersetzt.

  • Therapieunterstützung: Patient:innen bearbeiten zwischen den regulären Terminen interaktive Module, in denen sie beispielsweise kognitive Strategien, Entspannungsverfahren und Expositionsübungen erlernen. Die gesammelten Erfahrungen können bei Bedarf direkt in die Therapie eingebracht werden.
  • Gemeinsame Verlaufskontrolle: Patient:innen können den Verlauf ihrer Angst-, Stress- und Depressions-Symptome im Programm protokollieren. Diese Ergebnisse lassen sich als PDF exportieren und auf freiwilliger Basis beim nächsten Termin mit der behandelnden Fachperson besprechen.

Ja. velibra ist als Ergänzung zur üblichen Versorgung konzipiert und kann begleitend zu einer bestehenden medikamentösen Behandlung oder anderen Therapieformen genutzt werden. Das interaktive Programm basiert auf der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) und adressiert angstauslösende Denk- und Verhaltensmuster, um Patient:innen bei der Bewältigung ihrer Symptome zu unterstützen.

Dabei gilt ein wichtiger Sicherheitshinweis: velibra ersetzt keine ärztliche Behandlung. Eine Anpassung, Reduktion oder anderweitige Änderung der bestehenden Medikation darf daher nicht eigenständig, sondern stets nur nach Rücksprache und unter Begleitung der behandelnden Ärztin, des Arztes oder der psychotherapeutischen Fachkraft erfolgen

velibra führt die Patient:innen durch einen dynamischen, virtuellen Dialog und passt die Inhalte kontinuierlich an deren Antworten und Rückmeldungen an. Auf diese Weise werden die therapeutischen Techniken, Übungen und Informationen individuell zugeschnitten, um die persönliche Relevanz und den therapeutischen Nutzen für die Patient:innen zu maximieren. Darüber hinaus können die Patient:innen eigenständig den Schwerpunkt in der Anwendung wählen, je nach Form ihrer Angststörung.

Zudem lässt sich das Tempo der Anwendung flexibel gestalten: Die Patient:innen können die einzelnen Module und Gespräche in ihrer ganz eigenen Geschwindigkeit bearbeiten. Dies ermöglicht eine alltagsnahe, personalisierte Unterstützung beim Umgang mit Angststörungen.

Nein. Im alleinstehenden Einsatz arbeiten Patient:innen vollständig eigenständig mit der Anwendung. Im Rahmen eines Blended-Care-Ansatzes können Sie Inhalte von velibra optional in Ihre Sitzungen einbeziehen. Umfang und Integration bestimmen Sie selbst.

Ihre Verantwortung liegt allein in der Diagnosestellung. velibra darf auch mit einer Verdachtsdiagnose verordnet werden. Für alle unerwünschten Ereignisse in Zusammenhang mit der Nutzung von velibra haftet der Hersteller.