Moderne Angsttherapie: Digital ja, Chatbot nein! 

Chatbots werden immer häufiger zur ersten Adresse, wenn Menschen mit Angststörungen Hilfe suchen.

Die Ärztin und Digital-Expertin Juliane Meiners lehnt dies nicht grundsätzlich ab, sieht aber klare Grenzen: „KI hat nichts zu suchen, wo „echte“ Therapie erforderlich ist“, sagt sie. Gerade Menschen mit Angststörungen falle es oft schwer, den ersten Schritt zu machen.

„Ein Chatbot senkt diese Hürde – ersetzt aber keine Diagnostik oder evidenzbasierte Therapie“, so Meiners. „Man muss sich im Klaren sein, dass eine KI darauf abzielt, die Nutzer:innen lange im Programm zu halten. Deshalb sorgt sie dafür, dass man beispielsweise positiv bestärkt wird. Auch in psychischen Krisen laufen Betroffene Gefahr, dass Chatbots mehr schaden als helfen“, warnt die Ärztin.

Hilfe zur Selbsthilfe

Eine Psychotherapie hingegen sei darauf ausgelegt, dass Menschen mit Angststörungen ungünstige Denk- und Verhaltensmuster verändern und neue Strategien für den Alltag entwickeln. „Dank moderner Online-Therapien ist auch die Angst vor Wartezeiten und vor Bewertung unbegründet“, sagt Meiners.

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