Hormonelle Angst: PMS, Zyklus & Wechseljahre verstehen
Zusammenfassung

Du spürst es schon einige Tage vorher: deine Stimmung verändert sich schlagartig, das Ziehen im Unterleib macht sich bemerkbar und die Sorgen nehmen zu. Wie viele Frauen leidest du aufgrund von PMS an zyklusbedingten Angstzuständen. Hormonelle Angst kann bereits mit der ersten Periode eintreffen, doch viel häufiger tritt Angst in den Wechseljahren auf. Erfahre das Zusammenspiel zwischen Hormonen und Psyche und lerne wertvolle Strategien zum Selbstmanagement rund um deine Periode.

PMS und Angstzustände: So steuern Hormone die Psyche 

Dass Frauen häufiger von psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen betroffen sind, ist kein Zufall. Die starken Schwankungen innerhalb des Menstruationszyklus sorgen nicht nur häufig für Stimmungsschwankungen, sondern können auch hormonelle Angst auslösen, die in verschiedenen Lebensphasen auftauchen kann.

Der Zusammenhang zwischen Progesteron, Östrogen und Panikattacken

Die weiblichen Sexualhormone Östrogene und Progesteron bestimmen nicht nur die Fruchtbarkeit und den Menstruationszyklus, ein Ungleichgewicht oder starke Schwankungen können auch Angstzustände und Panikattacken auslösen. 

Das stimmaufhellende Östrogen fördert die Produktion von „Wohlfühlhormonen“ wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Es erreicht kurz vor dem Eisprung (um den 12. Tag des Zyklus) seinen Höchstwert und fällt dann schlagartig ab. Das ist der empfindliche Punkt, an dem es aufgrund eines plötzlichen Mangels an Östrogen zu Panikattacken kommen kann. Dies geschieht aufgrund körperlicher Symptome wie Hitzewallungen und Herzrasen, welche das Gehirn als akuten Notfall fehlinterpretiert.

Progesteron dagegen ist das körpereigene Beruhigungsmittel. Es sorgt für Entspannung, guten Schlaf und ein optimales Stressmanagement. Seinen Pik erreicht es in der Mitte der zweiten Zyklushälfte (um den 20. Tag herum). Der rasche Anstieg kann die Amygdala, die Alarmzentrale des Gehirns, aktivieren und fälschlicherweise Angstsignale aussenden. 

Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Depressionen, sexuelle Unlust – das Gefühlsspektrum während des weiblichen Zyklus reicht von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Wenn auch Ängste und Sorgen in dieser Zeit zunehmen, bist du eine der sieben von zehn Frauen, welche die körperlichen und psychischen Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte als unangenehm empfinden.

Hormonelle Ursachen vs. klassische Angststörung

Nicht jede Generalisierte Angststörung bei einer Frau hat hormonelle Gründe. Treten die Symptome wie Herzrasen, Gedankenkreisen, Schwindel und Panikattacken jedoch vermehrt zu einem bestimmten Zeitpunkt im Zyklus auf, lohnt ein genauer Blick, da Ärzt:innen mit der Gabe bestimmter Hormone oder der Anti-Baby-Pille wirkungsvoll gegensteuern können. Der Gang in die gynäkologische Praxis bringt Klarheit.

Allerdings spielt das Vorhandensein von Angsterkrankungen in der Familie genauso eine große Rolle wie die eigene Veranlagung. Hormonschwankungen können vorhandene psychische Erkrankungen verstärken, ohne der Auslöser zu sein. Eine klassische Generalisierte Angststörung ohne Hormonbezug erkennst du daran, dass sich die Symptome unabhängig deines Zyklus immer gleich zeigen. Das Führen eines Menstruationstagebuches über drei bis sechs Monate kann dir helfen, Klarheit darüber zu erhalten, ob es sich um PMS-Angstzustände handelt.

Angstzustände vor der Periode

Mit der weiblichen Periode verbinden viele Frauen und Mädchen gemischte Gefühle. Während sie im Übergang vom Kind zur Frau von der einen sehnlichst als Zeichen des Erwachsenwerdens herbeigesehnt wird, löst sie in der anderen Heranwachsenden zahlreiche Ängste aus. Hinzukommen Erkrankungen wie Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) und Prämenstruelles Syndrom (PMS), die Angstzustände im Laufe der Periode verstärken können.

PMS und PMDS: Hormonelle Angst verstehen

Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen und Traurigkeit: die Symptome von PMS kennen rund 40 Prozent aller Frauen. Bei den einen sind sie weniger ausgeprägt, während sie die Lebensqualität der anderen erheblich beeinflussen. Das Paket an körperlichen und emotionalen Beschwerden setzt einige Tage vor der Periode ein. Je nach Ausprägung können Betroffene aus Furcht vor den Symptomen Angstzustände vor der Periode entwickeln. 

Eine noch schärfere Symptomatik zeigt PMDS. Bis zu acht Prozent aller Frauen weltweit sind von der stärksten Ausprägung betroffen, die großen Einfluss auf ihren Alltag nimmt. Während PMS in der Mehrzahl der Fälle mit körperlichen Symptomen einhergeht, verursacht PMDS rapide Stimmungswechsel, Depressionen, Konzentrationsprobleme und Angstzustände.

Das große Manko: Trotz des hohen Leidensdrucks so vieler Frauen, ist noch immer kein angemessenes Therapieangebot vorhanden. Grund dafür ist, dass weder PMDS noch PMS im Diagnosesystem ICD 10 entsprechende Diagnosekategorie besitzen. Gynäkolog:innen versuchen häufig, mit der Gabe von Hormonpräparaten wie der Anti-Baby-Pille Linderung zu verschaffen. Allerdings ist zu beachten, dass diese bei einigen Frauen ebenso Nebenwirkungen auslösen kann. Auch die zeitweise Verordnung von Antidepressive ist möglich. 

Können Hormone Panikattacken auslösen?

Ja, starke Hormonschwankungen oder ein Ungleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen kann Panikattacken auslösen oder begünstigen. Grund dafür sind plötzliche Veränderungen im Hormonhaushalt, weshalb Angst in den Wechseljahren zunehmen kann. Aber auch Erkrankungen wie das Prämenstruelles Syndrom (PMS) sowie Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) können zyklusbedingte Panikattacken auslösen.

Hormonbedingte Angst im Lebenswandel

Der Körper der Frau befindet sich im ständigen Wandel und damit auch die Periode. Es mag Zeiten geben, während derer du gar keine Beschwerden hast, während dich andere besonders herausfordern. Die größten hormonellen Umbrüche passieren in der Pubertät, während der Schwangerschaft und zu Beginn der Menopause. 

 Angstzustände in der Schwangerschaft

Leidest du während der Schwangerschaft unter vermehrten Sorgen und psychischen Belastungen, ist das nicht immer auf PMS-Angstzustände zurückzuführen. In deinem Körper gehen große Veränderungen vor sich; ein Lebewesen wächst in dir heran. Der Gedanke, es auf die Welt zu bringen und für sein Wohlergehen verantwortlich zu sein, löst auch in gestandenen Frauen eine Vielzahl von Ängsten aus. Schwangerschaftsberatungsstellen und das offene Gespräch mit deiner Hebamme, dem Frauenarzt oder der Frauenärztin können die Ängste vor Geburt und Mutterschaft lindern.

Postpartale Angst: Unsichtbare Belastung nach der Geburt

Mit Angststörungen nach der Geburt haben leider viele Frauen Erfahrungen gemacht. Mitunter kommt es zu traumatischen Erlebnissen während der Entbindung, die eine Posttraumatische Belastungsstörung oder Angsterkrankung auslösen oder triggern können. Auch der rasche Abfall der Hormone spielt eine Rolle. Zudem ist da die plötzliche Verantwortung für das kleine Lebewesen, der sich viele Mütter anfangs nicht gewachsen fühlen. Hinzukommen Schlafmangel, Überforderung, Wochenbettdepressionen, Stillprobleme und Veränderungen in der Partnerschaft. 

Du bist damit nicht allein. Etwa zehn Prozent der Mütter weltweit leiden am postpartalen Angst-Syndrom nach der Geburt. Damit aus der Postpartalen Angst keine Generative Angststörung für die Mutter wird, ist es wichtig, dass das Umfeld und der Vater Unterstützung geben. Gerecht aufgeteilte Lasten nehmen Frauen den Druck und geben die Möglichkeit, dass sie sich in Ruhe, von den körperlichen und emotionalen Strapazen der Geburt erholen können. 

Angst in den Wechseljahren

Sage und schreibe 70 bis 90 Prozent aller Frauen sind von körperlichen und mentalen Veränderungen in den Wechseljahren betroffen. Was viele nicht wissen: Die hormonelle Umstellung beginn lange vor der eigentlichen Menopause. Wann genau dieser Zeitpunkt ist, ist von Frau zu Frau verschieden. In der Regel spüren Frauen Ende 30 oder Mitte 40 die ersten Anzeichen. Neben plötzlichen Hitzewallungen, Schlafstörungen und verringertem Lustverhalten, kann es in der sogenannten Perimenopause auch zu Angstzuständen kommen.

Die körperlichen Veränderungen können belastend sein. Das Gefühl, die Fruchtbarkeit zu verlieren, löst in vielen Frauen Identitätskrisen aus. Meist verändert sich in dieser Zeit auch das Familienleben. Die Kinder sind endgültig aus dem Haus und gehen eigene Wege. Auch die Partnerschaft muss neu sortiert werden und im Beruf machen womöglich auch Veränderungen zu schaffen. Kein Wunder, dass Angst in den Wechseljahren so ein häufiges Symptom ist. Ein ganzer Lebensabschnitt geht zu Ende und ein neuer beginnt. Auch die starken Schwankungen im Hormonhaushalt begünstigen in der Menopause Angstzustände.

Wege zur Besserung: Ganzheitliche Unterstützung

Egal, in welcher Lebensphase du dich gerade befindest: du bist mit deinen Ängsten nicht allein. Im Idealfall sprichst du offen mit einer Frau darüber, die sich in einer ähnlichen Situation befindet. Frauenkreise oder offene Gesprächsgruppen sowie Beratungsstellen können helfen, deine Ängste einzuordnen.

Leidest du an PMS und Angstzuständen lohnt das Gespräch mit Arzt oder Ärztin. Eine umfassende körperliche Untersuchung kann die Ursache für deine Angst ans Licht bringen. Der Furcht einen Namen zu geben ist oft der erste Schritt zur Besserung.

Alltagsnahe Unterstützung erhältst du unteranderem mit dem digitalen Therapieprogramm von velibra. Auch bei Angst in den Wechseljahren gibt das Programm einen umfangreichen Praxis- und Übungsteil zum Erlernen hilfreicher Strategien. Betroffene können sich die digitale Anwendung kostenfrei vom Arzt oder der Ärztin verschreiben lassen. 

Wichtig: Betrachte deinen Körper nicht wie einen Feind, sondern als das Wunderwerk, das er ist. Annahme, Geduld und Ruhe sind in akuten Phasen wichtig, um den Druck herauszunehmen. Zahlreiche Frauen kennen PMS-Angstzustände und die Herausforderungen hormoneller Schwankungen. 

Fazit – Lorem Ipsum

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet

Die wichtigsten Fragen & Antworten

Formen von Angststörungen

Ja. Hormonelle Schwankungen – besonders Östrogen und Progesteron – beeinflussen das Nervensystem und können Angst verstärken.

Ja. In den Wechseljahren verändern sich Hormonspiegel stark. Das kann Angstzustände oder Herzrasen begünstigen.

In der zweiten Zyklushälfte sinkt der Progesteronspiegel. Das kann PMS-bedingte Angstzustände oder innere Unruhe begünstigen.

Treten die Symptome zyklusabhängig oder in hormonellen Übergangsphasen auf, kann ein Zusammenhang bestehen. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll.

PMDS ist eine schwerere Form von PMS mit ausgeprägten psychischen Symptomen wie Angst, Reizbarkeit oder depressiver Verstimmung.

Quellen